Psychophysiolyse (PPL)


Bei der Psychophysiolyse (PPL) handelt es sich um ein neues Therapieverfahren, das von Dr. Dr. Heinz Golling als Chefarzt in drei verschiedenen psychosomatischen Kliniken eingeführt und seit ca. 10 Jahren als medizinischer Leiter der Privatpraxis Dr. Dr. Heinz Golling und Kollegen im Rahmen einer langjährigen Forschungsarbeit entwickelt worden ist.
Bei der Psychophysiolyse handelt es sich um ein interdisziplinär angelegtes Methodenkonstrukt, in dem dem Patienten zunächst in einem ersten Verfahrensschritt mit Hilfe von traditionellen psychotherapeutischen Behandlungsverfahren (z. B. psychodynamische Psychotherapie oder kognitive Verhaltenstherapie) krankheitsstiftende Wirkfaktoren ihres „infantilen Codes“ (d. h. Frühstörungsanteile, neurotische Wiederholungsmuster und dysfunktionales Verhalten) verstehbar und seinem sensitiven Gespür zugänglich gemacht werden.

Dabei richtet die Psychophysiolyse ihr Augenmerk sowohl im Rahmen ihrer theoretischen Vorannahmen als auch in ihrer therapiepraktischen Anwendung auf die sensuelle Entwicklungsphase des Menschen, die intrauterin mit den ersten sensuellen Fähigkeiten des Embryos beginnt ( z.B. Akustik und Kinästhetik) und nach der Geburt insbesondere im ersten Lebensjahr zur zunehmenden neurophysiologischen Aussprossung der acht Sinne des Menschen führt.
Alles das findet im präverbalen Entwicklungsstadium des Menschen statt und wird maßgeblich in diesem Zeitraum auf der sensuellen Entwicklungsstufe geprägt. Das Pansensorium des Menschen mit seiner Acht-Sinnesmodalität
(Hören, Sehen, Schmecken, Riechen, Fühlen, Lageempfindung, Schmerzempfindung und Wahrnehmung des Körperinneren) rückt deswegen in den Betrachtungsmittelpunkt des psychophysiolytischen Vorgehens, weil es sich sowohl intrauterin als auch nach der Geburt besonders im ersten Lebensjahr über einen Zeitraum von ca. zwanzig Monaten erstreckt und somit die primäre Selbstreferenz des Menschen in seiner Entwicklungsgeschichte darstellt.

„Nihil est in intellectu, quod non antea fuerit in sensu“

Die herausragende Bedeutung dieser präverbal-sensuellen Entwicklungsphase des Menschen wurde nach unserem Dafürhalten bisher in psychotherapeutischen Schrifttum nicht ausreichend gewürdigt.
In den traditionellen Psychotherapiewissenschaften beschäftigten sich in ihren Entwicklungslehren vorrangig mit der Entwicklung von Gefühlen und Kognitionen und schließlich mit der Etablierung von Verhaltensmustern beim Menschen, jedoch die frühe sensuelle Entwicklungsphase des Menschen ist bis heute zur terra incognita erklärt worden.

Da nach unserer Auffassung in den traditionellen Psychotherapiewissenschaften bisher die sensuell-präverbale Entwicklungsphase des Menschen sowohl erkenntnistheoretisch als auch entwicklungspsychologisch keine ausreichende Würdigung erfahren hat und mithin auch die Bedeutung dieser Phase für entscheidende krankheitstiftende Wirkfaktoren „übersehen“ worden ist, macht es sich die Psychophysiolyse zur Hauptaufgabe, dieses frühe Entwicklungsstadium des Menschen „im wahrsten Sinne des Wortes“ spürbarer zu machen.

In einem 2. Verfahrensschritt wird bei unseren Patienten ein sogenanntes „psychophysiologisches Stressprofil“ erhoben. Dabei wird der Patient unter Low-Dose-Bedingungen mit sanften sensuellen
Reizen konfrontiert und dabei seine unwillkürlichen psychophysiologischen Reaktionen gemessen.
Dazu gehören unter anderem die Atemfrequenz, die Herzfrequenz, die Anspannung der unwillkürlichen Muskulatur, die Schweißsekretion und die Hauttemperatur.
Die Messung der unwillkürlichen psychophysiologischen Stress-Reaktionen
des Patienten liefert ein individualspezifisches Stress-Profil und ermöglicht uns erste Rückschlüsse auf etwaige Störungen in der frühsensuellen Phase dieses
Menschen.
In einem weiteren Verfahrensschritt wird die fortlaufende Einzelpsychotherapie des Patienten kombiniert mit Stressexpositions- und Entspannungsmethoden.
In diesem therapeutischen Setting lernt der Patient zunehmend die sensuellen Störfaktoren in seinem „Infranet“ mit einer Loslass- und Entspannungsbefindlichkeit zu verknüpfen.
Danach führen weitere Übungsschritte zu einem kompetenten Niveau an Stress-Resilienz.

Nach erfolgreichen Abschluss des ersten Übungsmoduls wird der Patient in Modul 2 des psycholytischen Vorgehens bei gleichzeitig weiter statthabender Psychotherapie mit individualspezifischen Trigger-Reizen
seines IC (Infantiler Code) konfrontiert. Dieses Vorgehen in seiner wiederholten Anwendung und kombiniert mit Entspannungsübungen bilden das Kernelement der Psychophysiolyseprozedur dar.

Die Kombination aus traditioneller Einzelpsychotherapie und Psycholyseverfahren vereint die in sich vermittelte Anwendung von psychoanalytischer Entwicklungspsychologie (nach dem Freud’schen Modus:
Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten) und lerntheoretischer Konditionierungslehre („S-O-R-C-K“).

Durch die parallel laufende Kombination von traditioneller Einzelpsychotherapie und regelmäßig stattfindenden Übungen im Psychophysiolyse-rainingraum gewinnen wir im Hinblick auf den Lernprozess des einzelnen Patienten mit Hilfe von Erstmessung, Zwischenmessung und Abschlussmessung therapierelevante Daten für das weitere strategische Vorgehen.
Im weiteren therapeutischen Verlauf konzentriert sich dabei das psychophysiolytische Vorgehen schwerpunktmäßig auf zwei Kernelemente des
jeweiligen Patienten:
Zum einen auf die therapeutische Auflösung (Lysis) der sensuellen Störelemente im infantilen Code (IC) des Patienten und zum anderen auf den Erhalt und die Weiterentwicklung seiner Stress-Resilienz.

Das Psychophysiolyse-Verfahren in unserer Praxis mit zwei Modulen a 10 Sitzungen findet parallel zur traditionellen Psychotherapie in Kurzzeitform statt und wird entsprechend dem Beschwerdebild indiziert (z. B. Burn-out-Syndrom,
Erschöpfungssyndrome, Phobien, Panikattacken, Migräne, Reizdarmsyndrome,
Tinnitus, Schmerzsyndrome etc.).

Wir versprechen uns durch die kombinierte Anwendung von traditioneller Einzelpsychotherapie und Psychophysiolyse eine Optimierung des Therapieerfolgs in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht und ermöglichen durch diese neue, empirisch fundierte Verfahrensweise in der Psychotherapie die Erhebung von gemessenen Verlaufsdaten zu einer Evaluierung des Therapiefortschritts.

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