Psychosomatische Erkrankungen


Psychosomatische Erkrankungen stehen im ursächlichen Kontext mit einer psychischen Störung oder einer Neurose und haben keine organische Ursache. Dabei muss nicht jede psychische Störung zwangsläufig somatisieren,  also in eine körperliche Erkrankung münden.

Krankheit hat hier die Funktion, das Bewusstsein bzw. die Geist/Seele-Einheit zu  entlasten und zwingt diese zumindest vorübergehend mit ihren körperlichen Mitteln dazu, Beschwerden zum Ausdruck zu bringen! Die mit einer Erkrankung einhergehenden unangenehmen Empfindungen und Gefühle sind häufig der Anlass für den Einstieg in eine psychotherapeutische Behandlung.

Diese gute Absicht lässt trotz der mit einer Erkrankung einhergehenden unangenehmen Empfindungen und Gefühle eine positive Grundhaltung entgegen bringen.

Die Heilung der psychosomatischen Erkrankung geht letztendlich von einem ganzheitlichen Ansatz aus. Erst wenn alle organischen Ursachen ausgeschlossen werden können, liegt eine psychosomatische Erkrankung vor.

Körper, Geist und Seele stehen in gegenseitiger Wechselwirkung.

Aber nicht nur die Seele hat Einfluss auf den Körper, sondern der Körper auch auf die Seele.

So können chronische Schmerzen (Körper) durchaus zu einer Depression (Geist/Seele) führen.

 

Zu den klassischen psychosomatischen Krankheitsbildern gehören:

  • Reizdarmsyndrom
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus crohn
  • Fibromyalgiesyndrom
  • Tinnitus
  • Hyperventilation

 

Typische Symptome eines Reizdarmsyndroms sind Blähungen, Flatulenz, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Veränderung der Stuhlfrequenz (>3x tgl. oder bei Obstipation < 3x wöchentlich), Schleimbeimengung.

Diverse Nahrungsmittel werden nicht vertragen. Dazu können gehören:

Milchprodukte, Rohkost, rohes Obst, Weizenprodukte, Kohlgemüse, Zitrusfrüchte, Paprika, Sauerkraut, Gebratenes, Frittiertes, Kaffee und Alkohol, Fruktose und Sorbit.

Wenn diese Symptome mindestens 3 Monate anhalten, spricht man von einer Reizdarmerkrankung.

Das Reizdarmsyndrom wird stark beeinflusst von psychischen Belastungsfaktoren. Äußere Einflüsse, Stress-Situationen können zu einer akuten Verschlechterung führen.

Therapeutisch finden Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Verbindung mit Entspannungstraining und Ernährungsberatung in Verbindung mit Nahrungsergänzung Anwendung.

 

Die Colitis ulcerosa ist eine mit Geschwürbildungen einhergehende Entzündung der Kolonschleimhaut (Dickdarmschleimhaut).

Ursachen können Autoimmunmechanismen, Ernährungsfaktoren oder psychische Störungen sein. Somit ist auch die Colitis ulcerosa ein Krankheitsbild, das den psychosomatischen Formenkreis zugeordnet wird.  Gerade im Hinblick darauf, dass es bei einer psychischen Belastungssituation zu einer Symptom-Verstärkung kommen kann, können wir davon ausgehen, dass es sich um eine psychosomatische Erkrankung handelt.

Zu meiden sind Lebensmittel reich an schwefelhaltigen Aminosäuren wie Eier, Käse, Milch, Nüsse, Kohlgemüse etc. Die Ernährung ist in der akuten Phase ballaststoffarm, später geht man dann zu einer leichten Vollwertkost über.

 

Auch hier kommen sowohl Verhaltenstherapie als auch tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Ernährungsberatung und Entspannungstraining zum Einsatz.

 

Morbus Crohn:

Morbus Crohn ist eine Erkrankung, die sich im gesamten Verdauungstrakt, insbesondere aber im Bereich des Leerdarms (unterer Bereich des Dünndarms) und des Kolons (Dickdarm) manifestiert.

Initial äußert sich diese Darmerkrankung in Form von abdominellen Beschwerden wie Diarrhoe, Gewichtsabnahme, Fieberschübe. Ihre Ätiologie ist weitgehend unbekannt, die Symptomatik unterliegt sehr stark psychischen Einflüssen, so dass auch diese Form von Darmerkrankung dem psychosomatischen Krankheitsbild zugeordnet wird.

Ernährungsphysiologisch werden Zucker, Weißmehl und ballaststoffarme Kost als auslösende Faktoren diskutiert.

Als Psychotherapie können Verhaltenstherapie als auch tiefenpsychologisch fundierte Psychotehrapie zum Einsatz kommen. Entspannungstraining ist ebenfalls sinnvoll. Ernährungsberatung als sinnvolle Ergänzung.

 

Fibromyalgie-Syndrom:

Dieses Krankheitsbild ist wird von der Medizin definiert als chronisch entzündliche Schmerzerkrankung der Muskulatur. Sie kann sich auf den gesamten Körper ausdehnen und manifestiert sich überwiegend im Bereich der Wirbelsäule.

Das Fibromyalgie-Syndrom gehört zum rheumatischen Formenkreis.

Es besteht auch hier ein starker Zusammenhang zwischen Psyche und Soma.

Stress-Situationen, psychische Störungen wie Depressionen können symptomauslösend sein oder –verstärkend wirken. Aus diesem Grund gehört das Fibromyalgie-Syndrom mit zu den psychosomatischen Erkrankungen und kann psychotherapeutisch mitbehandelt werden.

 

Tinnitus:

Der Tinnitus ist in der Regel Folge eines Hörsturzes und geht mit mehr oder weniger starken Ohrgeräuschen einher. Oft geht eine länger anhaltende Stress-Belastung voraus. Das Ohrgeräusch kann schwanken zwischen einem Rausch- Pfeif- oder summenden Ton.

Bei nicht rechtzeitiger fachärztlicher Behandlung kann es im weiteren Verlauf zu einem Hörverlust kommen, der in der Folgezeit eine progrediente Entwicklung annehmen kann. Der Arztbesuch sollte deshalb innerhalb von 48 Stunden stattfinden, in diesem Zeitraum können die Folgen eines Hörsturzes bei Einsatz von Infusionslösungen in Verbindung mit Kortikoiden oft gut aufgefangen und zurückgebildet werden.

Bleibt dennoch ein Ohrgeräusch in Form eines Tinnitus zurück, sind durchblutungsfördernde Maßnahmen in Verbindung mit einer psychotherapeutischen Behandlung angezeigt. Ergänzend dazu Entspannungstraining, präventiv und zur Reduktion und Kompensation der bestehenden Hörgeräusche, welche sehr stressabhängig sind und mit Entspannungstraining oder Achtsamkeitsübungen gut beeinflussbar sind.

 

Hyperventilationsstörung:

Stress, Angst und Panik, übermäßige Hitze können bei entsprechender Disposition zu einer Hyperventilation führen. Es ist dabei von einer psychischen Grunderkrankung auszugehen, welche der Angst- und Panikstörung zugeordnet wird. Eine psychische Störung dieser Art kann sekundär eine Hyperventilationsstörung auslösen. Diese geht mit einer unphysiologisch vertieften und beschleunigten Atmung einher, wobei es zu einer Verminderung des alveolären und partiellen C02-Drucks kommt.

Die Hyperventilation ist psychotherapeutisch gut zu behandeln. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie aber auch tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie erfolgt das Durcharbeiten der Konfliktsituationen und Stressreaktionen. Angstreaktionen werden bewusst gemacht.

Ergänzend dazu haben sich das Autogene Training und die Progressive Muskelrelaxation bewährt, welche gut dazu beitragen können, Spannungen abbauen, die Resilienz zu stärken und die Belastbarkeit gegenüber den täglichen Herausforderungen zu verbessern.

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